EICHSTÄTT

Willibaldsburg Eichstätt

Willibaldsburg in Eichstätt: Über den Dächern der Zeit

Wer durch das idyllische Altmühltal reist und sich Eichstätt nähert, dessen Blick wird unweigerlich nach oben gezogen. Dort, auf dem Gipfel des St. Willibaldsbergs, thront sie: die Willibaldsburg. Sie ist kein gewöhnliches Schloss; sie ist ein Wächter der Geschichte, der den Besucher bereits beim Betreten in eine andere Welt entführt.

Ein Einzug mit Gänsehautmoment

Schon die Ankunft ist eine Zeremonie für sich. Vom Parkplatz aus führt der Weg nicht einfach durch ein Tor, sondern durch einen 63 Meter langen Tunnel, der tief unter dem Torgebäude hindurchführt. Es ist ein bewusster Übergang – weg vom Alltag, hinein in die monumentale Stille der Burgmauern.

Wo die Urzeit lebendig wird

In den Hallen der Burg verbirgt sich das spektakuläre Jura-Museum. Hier wird deutlich, dass das heutige Naturpark Altmühltal einst ein tropisches Lagunenparadies war.

  • Die Evolution im Blick: Bestaunen Sie das Originalfossil des Archaeopteryx. Es ist dasMissing Link, das uns die faszinierende Reise von den raublustigen Dinosauriern hin zu unseren modernen Vögeln verstehen lässt.

  • Begegnung mit Riesen: Um uns die eigene Vergänglichkeit vor Augen zu führen, begrüßt ein gewaltiges Mammutskelett die Gäste direkt am Eingang – ein wahrhaft demütiger Moment angesichts der Größe der Naturgeschichte.

Von Bischöfen, Bastionen und Gefangenen

Anders als viele andere Residenzen der Region war die Willibaldsburg über Jahrhunderte eng mit dem Bistum verknüpft. Eine lange Liste klangvoller, deutscher Bischofsnamen lenkte von hier aus die Geschicke des Landes.

Doch wer glaubt, hinter den Mauern herrschte nur klösterliche Stille, der irrt. Die Burg sah Glanzzeiten, aber auch Plünderung und Zerstörung. Selbst in der dunklen Zeit des Ersten Weltkriegs dienten die mächtigen Schellenberg-Bastionen noch als Gefängnis für französische Kriegsgefangene. Diese Mauern haben viel gesehen – und sie erzählen dem, der hinhört, ihre Geschichten von Macht, Leid und Beständigkeit.

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Ein botanisches Juwel: Der Hortus Eystettensis

Zum Glück ist die heutige Atmosphäre friedlich und inspirierend. Die Bastionsgärten sind ein wahres Refugium für Gartenliebhaber. Als „Hortus Eystettensis“ bekannt, führen sie den Besucher entlang exotischer und vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten. Es ist eine Sammlung, die in Deutschland ihresgleichen sucht – ein Ort, an dem man zwischen seltenen Blüten die Zeit vergessen kann.

Wissenswertes für Ihren Besuch: Willibaldsburg Eichstätt

Erleben: Der imposante Innenhof und die Bastionsgärten sind Orte der Ruhe und Inspiration. Besonders der Bastionsgarten (geöffnet von ca. April bis Oktober) ist ein Muss für Naturfreunde – hier spazieren Sie durch die botanische Geschichte des berühmten „Hortus Eystettensis“.

Besichtigung: In der Burg befinden sich das Jura-Museum mit dem weltberühmten Archaeopteryx-Fossil sowie das Museum für Ur- und Frühgeschichte. Die Museen können eigenständig erkundet werden; die Architektur von Karljosef Schattner bietet dabei einen spannenden Kontrast zu den historischen Mauern.

Öffnungszeiten: * April bis September: 09:00 – 18:00 Uhr

  • Oktober bis März: 10:00 – 16:00 Uhr

  • Montags geschlossen. (Hinweis: Der Bastionsgarten ist witterungsabhängig nur in der Sommersaison zugänglich).

Tipp: Nehmen Sie sich Zeit für den Ausblick von den Bastionsmauern. Von hier oben haben Sie einen der schönsten Panoramablicke über das gesamte Altmühltal und die barocke Altstadt von Eichstätt.

Parken: Ein Parkplatz befindet sich direkt unterhalb der Burg. Von dort erreichen Sie die Anlage bequem zu Fuß durch den charakteristischen, 63 Meter langen Tunnel.

Preise: * Erwachsene: 5,00 € (Kombikarte für beide Museen)

  • Ermäßigt: 4,00 €

  • Kinder und Schüler: freier Eintritt.

    (Der Besuch des Bastionsgartens ist während der Saison im Eintrittspreis enthalten oftmals separat zugänglich).

Mehr Info: www.schloesser.bayern.de